GIRLS & GODS

Austria, Switzerland 2025 – Regie: Arash T. Riahi, Verena Soltiz – 103 min – Gesprochene Sprachen: German, Englisch, French, Ukrainian – Untertitel: German

Kön­nen Femi­nis­mus und Reli­gi­on koexis­tie­ren? Inna Shev­chen­ko, einst bekannt als Anfüh­re­rin der Oben-ohne-Pro­tes­te von FEMEN, tauscht den Pro­test gegen den Dia­log – und reist zu Pries­te­rin­nen, Ima­min­nen, Rab­bi­ne­rin­nen und Theo­lo­gin­nen, um genau die­se Fra­ge zu stel­len. Ein visu­ell beein­dru­cken­der, pro­vo­ka­ti­ver Doku­men­tar­film, der uralte Sym­bo­le des Glau­bens durch eine femi­nis­ti­sche Lin­se neu betrachtet.

Inna Shev­chen­ko ist Grün­de­rin der ukrai­ni­schen femi­nis­ti­schen Pro­test­grup­pe FEMEN und lebt seit 2013 im Pari­ser Exil. Sie ist bekannt für pro­vo­ka­ti­ve Aktio­nen gegen Miss­brauch von und Gewalt gegen Frau­en. Die Akti­vis­tin ent­kam 2015 wäh­rend einer Podi­ums­dis­kus­si­on in Kopen­ha­gen nur knapp einem Atten­tat: sie wur­de ange­grif­fen, als sie über Mei­nungs­frei­heit und Blas­phe­mie sprach. Inna selbst wur­de streng reli­gi­ös erzo­gen und sieht sich im offe­nen Kon­flikt mit „mono­the­is­ti­schen Reli­gio­nen“, denn „alle ihre Göt­ter sind männ­lich“ – Frau­en hin­ge­gen von vorn­her­ein „schul­dig“. Wie argu­men­tie­ren jedoch gläu­bi­ge Frau­en gegen­über femi­nis­ti­schen Argu­men­ten? Liegt das Pro­blem etwa in der patri­ar­cha­len Aus­le­gung und den Über­set­zun­gen der ver­schie­de­nen hei­li­gen Schrif­ten? Und wie könn­ten femi­nis­ti­sche Posi­tio­nen und reli­giö­ser Glau­be über­haupt zusam­men­pas­sen? Um dar­über nach­zu­den­ken, befragt Inna gläu­bi­ge und ungläu­bi­ge Femi­nis­tin­nen aus aller Welt und trifft sie u.a. in Frank­reich, Eng­land, Öster­reich, Deutsch­land und den USA: auf Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen, Demons­tra­tio­nen, in Orga­ni­sa­tio­nen, Geschäf­ten, auf der Stra­ße oder zu Hau­se. Inna stellt vie­le Fra­gen und hört zu. Sie argu­men­tiert, lässt jedoch die poly­pho­nen Ant­wor­ten ste­hen und gibt ihnen Raum. Die­ser Film will nicht nur (eige­ne) Über­zeu­gun­gen in Fra­ge stel­len, son­dern zum akti­ven Selbst­den­ken anre­gen. Und bekennt sich – ganz wie die Prot­ago­nis­tin – zu Frau­en­rech­ten, Demo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit. (Chris­ti­ne Reeh-Peters)

Austria, Switzerland 2025 – Regie: Arash T. Riahi, Verena Soltiz – 103 min – Gesprochene Sprachen: German, Englisch, French, Ukrainian – Untertitel: German

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